Ein Wyker Fazit

Es ist gut, dass man immer wieder den ersten Satz löschen kann, das tue ich, habe keinen. Keinen Anfang für etwas das rund war. Wie findet man den Anfang im Kreis.

Die letzten beiden Bahnfahrten endeten durch Panikattacken mit einem Aussteigen im nirgendwo, jedenfalls nicht da, wo man hinwollte. Da war mein Vorhaben „Auf nach Föhr“ schon gewagt.

Ich fühle mich gut, als der Zug in Spandau anfährt. In Hamburg Altona noch schnell zum Bäcker. Es ist windig in Niebüll und der Kaffee auf der Fähre besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Das Hotel fein. Alles klappt, irritierend für mich, wenn ich nichts zum „nachdenken“ habe. Das Wetter, ja sagen wir mal das Wetter, irgendwas ist ja immer.

Das erste Treffen gleich am Donnerstag mit A., wir fanden nicht gleich zueinander. Treffpunkt war ein Teeladen, davon gibt es einige auf Föhr. Alles war gut, alles angenehm, Anspannung löste sich, die mich schon lange umklammerte. Lange haben wir gerechnet, wie lange es her ist, zu lange haben wir festgestellt. Mit einem Lächeln schloss ich mein Hotelzimmer auf, der Kiefer schmerzte, war das Lächeln nicht mehr gewohnt.

Nach einem feinem Frühstück, ein kleiner Spaziergang auf alten Wegen. Es regnete, störte nicht. Jeder Schritt eine kleine Geschichte. Erinnerte mich an den Urlaub mit meiner Familie, an einige Jugendliche. Der Weg zur alten Wirkungsstätte, dort treffen mit K., wieder so herzlich wieder so eben K. Im nächsten Kaffee den nächsten Kaffee, die nächsten Gespräche, dieses Gefühl, dass man sich wirklich freut, dass ich da bin und gleich die Verabredung zum Abendessen.

Einen Tisch für 5 hat sie bestellt zu 18 Uhr. Zu fünft, na vielleicht kommt noch einer mit oder einfach um sicher zu sein.

Am Nachmittag noch ein Treffen mit M., er hat sich die Zeit genommen, was nicht immer leicht für ihn ist. Wir redeten über dies und das und unsere Schatten, jeder freute sich für den anderen das die Schatten heller werden. Es tat gut mit ihm zu reden, mit jemanden der diese Schatten kennt, wahrscheinlich leider er viel besser als ich. Die Zeit verging zu schnell und M. sagte er bringe mich noch zu dem Restaurant wo man sich treffen wollte. Ach bist du der fünfte, fragte ich ihn. Er verneinte, es regnete in Strömen, doch wir liefen redend, als seien es angenehme 18 Grad.

Jemand stand mit dem Rücken zu mir. M begrüßte noch alle und wollte dann los. Als sich die Unbekannte umdrehte und so bekannt wurde. Es war J. aus Flensburg die auch mit uns zusammen gearbeitet hatte. Ja es war Freude, große Freude. K. hatte sie angerufen und gefragt wie spontan sie sei. J. war sehr spontan, als sie hörte, wer alles auf der Insel war. Danke dafür.

Das Essen sehr gut, zu Fuß zum Upstallboom, noch die Bar besuchen. J. aus Flensburg, T. aus Berlin war da, wie oft haben wir es nicht geschafft uns als Nachbarn zu treffen, na dann eben wieder Wyk. K. und A. und R. wohnhaft in Wyk, M. und J. aus Hamburg. Alles alte Kollegen hier auf Föhr, dazu noch H. Der Freund von A. Nachts am nebligem Meer zurück zum Hotel. Einzigartige Stimmung, der Nebel, die Freunde, Erinnerungen.

I. aus der Nähe von Cuxhaven (glaube ich) hat wirklich gefehlt dann wäre das so schon perfekte, in eine neue Perfektion aufgestiegen.

Der Morgen danach ein gemeinsames Frühstück. J. zur Fähre gebracht. Dann wurde es ruhig, man musste arbeiten, aufs Festland. Nun war ich allein und war es doch nicht. Ich spazierte noch lange über die Insel, Erinnerungen, dieses gute Gefühl der letzten Tage. Nun etwas Zeit für mich. Lasse den Abend ausklingen mit einer 5 Minuten Terrine und einer Packung Wiener auf dem Zimmer, genau das, was ich gerade will.

Der Rückweg gestaltet sich etwas schwieriger, aber ich habe soviel Hirnakku wie lange nicht mehr und so ist auch das OK. Nein, es ist wirklich lange her, dass etwas so stimmig war, wie die letzten Tage und vielleicht gelingt es mir ja diesen Kreis geschlossen zu halten, wenigsten noch für einige Zeit. Bevor der Kreis und ich wieder Worte finde und es einen Anfang und ein Ende gibt.

Bayern II

Noch schnell ein paar Worte zu den beiden Städten die wir in unserem Urlaub länger besucht haben. Bamberg und Coburg. Bamberg ist eine schöne Stadt, die schönere Stadt der beiden. Geschichtlich unglaublich, schöne Passagen und hat diesen schönen Eindruck den Touristen lieben. Aber Coburg fand ich „lebendiger“, auch eine schöne Stadt aber irgendwie mit mehr eigenem Leben, nicht diktiert vom Tourismus. Ja, Coburg erschien mir als freundliche, sehr lebenswerte Stadt. Ein Gesuch nach Coburg zu ziehen, wurde erwartungsgemäß abgelehnt 😊

Bitte ein Kulmbacher

Kurztrip Teil 1

Die Plassenburg ragt über Kulmbach, der erste Kaffee im Bäcker in der Innenstadt ist überraschend preiswert. Mitten in Bayern, aber die Einwohner wollen Franken genannt werden. Am späten Nachmittag ist die Einkaufsstraße fast ohne Besucher, die meisten Geschäfte schon geschlossen und sehr viel auch nicht mehr vermietet. Es wirkt leer, ja Kulmbach wirkt leer. Und dieses „leer“ lässt die Stadt fast müde erscheinen. Viele Restaurants ganz geschlossen oder nur 3Tage offen unser Hotel mit dem Charme eines Konferenzhotels der 90iger. Für uns aber ausreichend, sollte es doch nur für die Nächte dienen und der Kaffee zum Frühstück war gut. Kulmbach ist sicher nicht hässlich, aber war auch sicher mal viel, viel schöner. Ich habe mal in den 2 Collagen Kulmbach in den verschiedenen Ansichten versucht zu zeigen.

Eine Stadt – ein Widerspruch…oder viele Widersprüche – eine Stadt

Einen Tag muss man nur an der „Fügnerova“ (Zentralstation) verbringen, um all das zu verstehen, was ich meine, was ich gesehen habe. Diese Stadt Liberec die sich quälend liebt oder sich voller Liebe quält. Eine Stadt deren Wiedersprüche so groß sind und sie eigentlich so klein. Kleiner als Potsdam und weniger als die Hälfte der Einwohner von Potsdam. Aber bleiben wir bei der „Fügnerova“. Einkaufscenter, Restaurants, Bars…das volle Leben, nur zwischendurch fallen Menschen auf, die nicht passen, die nicht passen in das Leben, das sie so nicht kennen. Was sofort auffällt der Security trägt nicht wie in Deutschland seinen Mittelfinger um „Du-Du“ zu machen. Sondern Waffe und Schlagstock. Der Abend beginnt an der „Fügnerova“, die ersten Geschäfte schließen und die Stimmung wird eine andere. Man merkt das jemand versucht einem zu folgen, jemand stellt seine Einkaufstasche neben deine, um dann mit beiden zu gehen. Das fröhliche Stimmengewirr weicht dem penetranten Geräusch der Sirenen. Wenige Minuten entfernt, unser Hotel. Man geht nicht mehr abends links Richtung „Fügnerova“. Rechts, nur wenige Minuten ein wunderschöner Marktplatz mit wunderschönem Rathaus. Ich bin viele Schritte gelaufen auf den Straßen in den Gassen. Auf der Treppe zu einem Haus sitzt ein Junger Mann neben ihn ein Einkaufswagen mit seinem Hab und Gut, er nimmt Drogen und schreit wenig später den Tesla an der vor ihm auf der Straße steht. Dieses Bild werde ich so schnell nicht vergessen. Es sagt so viel über diese Stadt. Wunderschönen Straßen und Natur neben Verfall und Armut. Das alles vermischt sich in einer so lebendigen Stadt zu einem fast schon überfordernden Akt des Lebens. In keiner Stadt habe ich bisher so viele schöne Frauen gesehen, diese Stadt strahlt vor Schönheit, bis zur nächsten Ecke. Ich versuche einen Abschluss zu finden, einen Vergleich, eine kleine Parabel. Vielleicht will diese Stadt größer sein als sie ist und den Menschen fehlt der Raum sich zu verstecken.

Erst wollte ich die Bilder sortieren in Urlaub und meine Erkundungen. Doch ich mische sie, diese Stadt muss als Ganzes gesehen werden.

An Land II

Auf Platz 2. Kommt Tallinn. Eine kleine quirlige Stadt in der alles zu passen scheint. Von der Markthalle bis zum zentralen Platz passt alles ineinander. Die Menschen freundlich, die Preise völlig in Ordnung. Auffällig viele Graffiti an Orten, an denen ich es nicht so gut fand, aber andere sagen es sei Kunst. Auch ein Zeichen dafür das es eine sehr junge Stadt ist. Diese Stadt wird sicher nochmal besucht werden, dann sicher für länger.

Das mit dem Wiedersehen gilt auch ganz klar für Platz 1: Stockholm. Ich hätte nicht erwartet das Stockholm so farbig, so lebensfroh so schön ist. Man kann durch volle Gassen gehen oder durch leere. In großen Centern einkaufen gehen oder in einem kleinen Laden an der Ecke. Was natürlich auffällt das Stockholm keine preiswerte Stadt ist. Die Schönheit muss bezahlt und erhalten werden. Trotzdem freue ich mich schon auf den nächsten Besuch.

An Land I

Auf Platz 4 der Städte, die wir besucht haben, kommt Riga. Sicher tue ich dieser Stadt etwas unrecht, aber das, was wir sehen konnten, durften war sicherlich schön, aber nicht schöner als die anderen Städte. Ich hatte immer etwas den Eindruck das Riga nicht weiß, was es will, zu sehr war Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden, ohne eine Einheit zu bilden.

Auf Platz 3. kommt Helsinki. Diese Stadt wirkte oft grauer als Riga, aber man spürte an allen Ecken, das diese Stadt lebt und lebenswert ist. U – Bahnstationen so groß wie Einkaufscenter, trotz grau sehr sauber. Freundliche Farbtupfer überall. Auch in Helsinki gelingt es nicht immer Vergangenheit und Gegenwart gut zu vereinen. Aber eine angenehme und irgendwie fesselnde Stadt.

An Bord

Wo fängt man da an, soll ja auch nicht zu lang werden. Einige kritische Worte? Die negativen Seiten einer Kreuzfahrt sind allen bekannt und natürlich kann man sich auch darüber streiten das ein Schiff fast ausschließlich von Deutschen genutzt, unter italienischer Flagge fährt. Natürlich sind es die Arbeitsgesetze, die dazu veranlassen. Allerdings muss ich sagen konnte man hören und erleben, dass das alles so schlecht dann doch nicht ist. Der Großteil der beschäftigten kommt aus den Philippinen, viel deutsche Arbeitnehmer und viel Osteuropäer. (z.B. 10 Tage im Monat frei) Und auf dem Schiff? Gab es tatsächlich wenig zu meckern, möchte man für diesen Preis (den ich euch nicht nennen werde) auch erwarten. Auffällig war das an manchen Bars auffällig langsam gearbeitet wurde. Unsere Theorie 1: Die Leute sollen nicht so schnell betrunken werden (haben wir aber nie gesehen das einer wirklich betrunken war) und Theorie 2: Viele hatten ja ein Getränkepaket gebucht und durch Langsamkeit kann man sicher Kosten sparen.

Und wir? Die Bordkarte, gestern gepostet, der Eintritt zu allem. Ja wir hatten All Inklusive, heißt wir sind in Bars gegangen (es gab glaube ich 8) in Restaurants (auch viele) und zeigten einfach die Karte und das wars. Ich habe die verschiedensten Alkfreien Cocktails probiert. Mein Favorit der Coco Loco Ohne Alkohol mit weißer Schokolade und ich habe meine liebe für (guten) Tonic entdeckt. Alkoholfreier Gin mit Tonic, war auch spannend. Gegessen habe ich u.a. in der Almhütte, der Weiten Welt und ihr merkt schon der Name war oft Programm.

Apropos Programm. Ich muss sagen die waren echt gut die Shows und es gab so viel zu sehen und zu machen, das einem auf dem Schiff nicht langweilig wurde. Teilweise 3 parallele Discos am Abend, Pools, irgendwo immer Livemusik. Und trotzdem die Kabinen immer ruhig. Sport an allen Ecken, Spa- Bereich, Shops und der größte Kostenpunkt auf dem Schiff für uns…Airhockey (hat Spaß gemacht). Ja nicht alles war kostenlos, Spa, Sauna und einiges musste und konnte gebucht werden. Anja hatte einiges für sich schon im Vorfeld gebucht. Man konnte viel Geld loswerden, musste es aber nicht.

Zustande gekommen ist der Urlaub, weil wir etwas gesucht haben, wo alle nochmal mitkommen, da die Kinder groß werden und es vielleicht der letzte gemeinsame Urlaub war. Und ja ich habe nicht geglaubt das mir eine Kreuzfahrt so viel Spaß macht und ja ich würde es wieder tun. Kurz nochmal zum Preis, jede Stadt einzeln, jede Bar einzeln, jede Show einzeln wäre sicher nicht billiger gewesen. Sicher nicht der preiswerteste Urlaub, aber auch einer der es Wert war.

Zu Hause…

…wieder da, wieder auf dem Festland. Nur ein kurzes erstes Fazit. War überraschend schön, hätte ich nicht erwartet. Aber vielleicht war es genau mein Urlaub, immer in Bewegung, wenig Stillstand, nie wirklich ankommen, nie wirklich hier und doch immer da. Ja irgendwie passt das.

Werde sicher nochmal einen positiven und einen kritischen Blog schreiben über das Schiff und sicher auch nochmal einen über die Städte.

 

Glücksbringer, Schweiß, Schmerz und Birel

Den Glückbringer gab es zu Beginn der Praggames. Schweiß floss in überhitzten Sporthallen, auf sonnigen Wegen und vollen Kneipen. Schmerz gab es meistens am Knie, oder umgeknickt, oder Stiche aller Art, oder Sonnenbrand und das Birel war wieder äußerst lecker.

Birel? Mein lieblingsalkoholfreies Bier 😉 Die Praggames waren wieder ein Erlebnis. Immer wieder erstaunlich wie das alles fast reibungslos funktioniert, wenn über 330 Mannschaften ein Turnier ausspielen. Dazu muss man sagen das jede Mannschaft aus ca. 15 Leuten besteht. Sprich ca. 5000 Sportler plus Fans untergebracht werden müssen und versorgt werden müssen. Auch wenn wir nicht so viel mit dem Sieg zu tun hatten so haben wir doch gezeigt, dass wir es können, wenn wir wollen, nur öfter wollen müssten 😉 Ein besonderer Dank an all die Helfer und Fahrer, die es uns ermöglicht haben, dabei sein zu dürfen. Ein Dank an die Trainer, an das Orgateam, dank an meine private Krankenschwester und alle die mit waren. Gute Gespräche voller Sinn und gerne auch mal ohne (Sinn) und das gute Gefühl mitreden zu können, wenn man auch manchmal gar nicht wusste worum es geht  😉

Danke