Ab und zu habe ich den Satz schon gehört: “Schau nicht in deine Stasiakten, dass willst du nicht wissen“. Ich habe mich auch viele Jahre darangehalten, schlafende Hunde soll man nicht wecken. Bis zu dem Tag an dem ich geweckt wurde.
Viel Zeit verbrachte ich in einer Jungen Gemeinde in Berlin Köpenick. Rückblickend eine gute Zeit mit einigen Momenten die dunkel sind. Aber fast alles, was Soziales betrifft, Gewaltfreiheit usw. bekam ich dort vermittelt. Die Freundschaften waren ehrlich und tief. Zu tief? Eine sehr wichtige eine sehr intensive Zeit.
Auf einer Internetseite fanden sich durch Zufall ein Freund von damals und ich. Erst war er völlig begeistert und wollte unbedingt ein Wiedersehen, dann zog er sich wieder zurück. Auf meine Frage warum, antwortete er das er nicht weiß, ob es gut wäre, da ja einige (meistens meine engsten Freunde) der Meinung sind das ich (ich) für die Staatssicherheit tätig war.
Etwas geschockt schrieb auch ich nicht mehr. War verletzt, ich habe die Freunde seit gut 30 Jahren nicht mehr gesehen und seit gut 30 Jahren leben sie mit dem Gedanken das ich für die Stasi tätig war und sie wohlmöglich angeschissen habe? Ein ekliges Gefühl und so falsch.
Was sich nicht leugnen lässt, dass ich innerhalb des Staatsapparates jemand gehabt haben musste der mich „beschützt“, aber ich suche seit langem und habe nicht gefunden wer es gewesen sein könnte. Aber nun wird es wichtig.
Eigentlich will ich nicht Wissen, doch ich will das andere Wissen.
Ich werde sie beantragen und euch berichten…

(Feier mit der Jungen Gemeinde ca. 1984)




Es gibt diese Sendung „Ein Leben in 10 Bildern“. Ein berühmter Mensch erhält dort anhand von 10 Bildern eine kleine Biographie. Auf meinem Bild sind 10 Leben. Es ist eines dieser Bilder die ich immer wieder hervorhole. Ein kleiner Schatz der Vorfahren. Und ihre Leben? Ich möchte mit Elisabeth beginnen, rechts unten. Warum mit ihr? Sie ist unbekannt man weiß nicht mehr als ihren Namen. Mich würde interessieren warum. Links daneben mein Uropa, Paul geb. 1869. Er war Bäckermeister und Straßenbahnfahrer.1942 ist er gestorben. Uroma Maria, Sie starb 1936 in Cottbus und wurde 66 Jahre. Ich hab einige Bilder von ihr, auf keinem lächelt sie, auf diesem ein wenig. Daneben Georg, ich weiß nicht wann er geboren wurde, wann gestorben, aber ich weiß er war Flugzeugmechaniker und mit Anna verheiratet. Hinter ihm der Sonnenschein der Familie: Hildegard, auch genannt die wilde Hilde oder die rote Hilde (wegen den Haaren?) war wohl immer gut gelaunt und keine Party ohne sie. 1908 wurde sie geboren und starb 1985 in Cottbus wo sie ihr ganzes Leben lang gelebt hat und passend eine uneheliche Tochter Eva Maria. Daneben Fritz, gefallen im 2. WK. Er hatte eine Frau und einen Sohn. Neben Fritz steht Otto, er ist 1899 geboren, hat 1929 Martha geheiratet. Sie hatten eine Tochter. Otto starb 1988 in Berlin. In Westberlin. Dann Helmut, er wurde nur 35, hatte Frau und Kind. Starb 1942, wahrscheinlich gefallen. Daneben Kurt, mein Opa. Nie kennengelernt da er schon 1956 verstarb, sehr krank. Gerade mal 58, oh genau wie ich heute. Er war Sattler von Beruf. 1938 hat er in Berlin Adlershof meine Oma Marie Agnes geheiratet. Zusammen hatten sie 2 Söhne. Einer war mein Vater. Und dann ist da noch Arnold, der Lieblingsonkel meines Vaters. Er war Drucker und Buchbinder, seine Frau hieß Charlotte, Lotte genannt. Er starb 1985 in Königs Wusterhausen.


