Garten

Es ist glaube ich der Zaun, diese Begrenzung die einem diese Sicherheit gibt. Warum hat „Garten“ so eine Bedeutung für mich bekommen. Weiß ich nicht, werd ich Alt oder ist es diese Stille. Und dann merke ich wie viel Gärten eine Bedeutung für mich hatten, ein Ort sind, ein Ort waren an denen ich das Tor hinter mir schließen konnte und in einer, in meiner Welt war. In einer anderen.

Als Kind stand im Garten eine alte Schaukel, heute würden die Eltern schreiend umherrennen das das doch alles viel zu gefährlich sei. Mein Vater hatte sie mir gebaut. Der Garten, nein besser hinter dem Zaun gingen Schienen entlang, ab und zu fuhren Güterzüge vorbei. Ich schaukelte, zählte die Güterwagen und war ein Abenteurer auf großer Reise. Ich versuche mich an dieses Gefühl zu erinnern. Vor …zurück…immer höher. 32,33,34 Hänger….ich komme mit….höher….höher…höher…

Miitttaaaagggg ruft meine Mutter aus der Gartenlaube ohne Strom, aber nie ohne Licht.

Letzte Woche im Garten meines Vaters mit seiner Partnerin. Der alte Mann. Wahrscheinlich würde er jetzt mit mir zusammen schaukeln auch wen es hier keine Güterzüge gab. Nach dem Tod meiner Mutter vor fast genau 30 Jahren,  war dieser Garten seine Rettung und auch die Frau Nachbarin. Hier in diesem Garten.

Die Wespe setzt sich auf den Obstkuchen genau so wie vor über 50 Jahren. Es wird wohl nicht die selbe sein.

Und dann dieser Urlaub, wie hieß diese Straße muss kurz nachschauen. Hinrichshörn, genau Hinrichshörn. Da war nichts. Das Haus mit Garten. Im Sommer mit Wintergarten der sehr heiß war und nicht immer genutzt werden konnte. Spätestens um 6.30 Uhr saß ich mit Coco im Wintergarten. Schaute auf den Zaun, den Schutz. Ich versuchte aufzustehen doch es gelang nicht. Ich kam zur Ruhe, meine Seele, mein Kopf, mein Herz. Alles kam zur Ruhe. Einfach so.

Ah so fühlt es sich an, Ruhe in mir zu haben. Ein schönes Gefühl sich selbst zu umarmen.

Der Alltag trennt.

Der Schatten war ganz schön beleidigt, das ich ihn im letzten Blog einfach so geküsst habe. Er ist wiedergekommen und hat Kumpels mitgebracht…

RuhemomentinderUnruhe

Ein Haus nicht schön, aber schön genug. Eine Terrasse nicht schön, aber schön genug. Vor dem Fenster verdeckt ein Baumwall den Blick auf den Kanal, die Schiffe sind groß genug. Die falschen Schuhe, kleine Steine wenn wir spazieren gehen drücken. Das einzige was drückt, diese Steine. Die Sonne brennt und wirft keine Schatten und die Wolken lassen keine Schatten zu.

Der Morgen beginnt, es wird hell, die steinige Treppe zum Kaffee und dann setze ich mich in diesen Wintergarten. Der Baumwall tanzt im Wind. Ich will aufstehen kann nicht, dort sind keine Schatten die mich zwingen, ich bleibe sitzen, lehne mich zurück. Coco setzt sich lächelnd auf ihren Lieblingsplatz, auch sie ist ruhig. Anja sagt immer, ich stecke sie an, mit meiner Unruhe, aber hier ist keine.

Wege, ruhig und endlich endlos, ein Hund bellt, Coco nicht, ruhig läuft sie neben uns. Ich schüttel kurz meinen Schuh, ein Stein drückt. Angekommen, ist da nur Ruhe, kein Rauschen im Kopf, keine schattigen Gedanken, nur das Jetzt, der Augenblick der Ruhe und ich falle lächelnd in diesen Sessel, in diesem Wintergarten.

Die Woche zu schnell vorbei.

Wieder zuhause schlagen die Schamanen der Unruhe den Takt in meinem Kopf. Coco bellt.

Wollte nicht hier sein, wollte woanders sein. Aber war es wirklich das hier oder war es das nicht woanders sein, das mir die Ruhe nahm? In der Klinik „damals“ sagte ich „Ich muss immer wieder losgehen, immer unterwegs…“

Der Arzt sagte „Nein, sie gehen nicht immer wieder los,sie sind noch nie angekommen“

In meinem Schuh ein Stein, vom spazieren gehen, dort in der Ruhe. Ich drehe ihn in meiner Hand.

Mein Talisman, als ich mich zur Seite drehe den Schatten küsse und sage “Diesmal gewinnst du nicht“

 

Schattengespräch 2 oder Jahre danach

„Ist es gut, wie es ist?“

„Ja, es ist gut, wie es ist“

„Aber warum fühlt es sich nicht so an“

„Weiß ich denn wie sich das Gegenteil anfühlt?“

„Weiß ich es?“

„Ich weiß es nicht was ich weiß, weiß nur wie sich das anfühlt“

„Ich weiß nichts zu viel. Aber wann hört das auf“

„Nie, ich muss lernen mit das zu leben“

„Rezidivierend“

„Wie die Jahreszeiten“

„Wie eine Jahreszeit“

Das ist so viel, es kann nicht nichts zu sein“

Das ist zu viel und wird nie nichts sein“

„Ich weiß“

Schattengespräch oder 2 Jahre danach

(Zusatz: Mir geht es gut, aber manche Gespräche müssen sein um nicht stehen zu bleiben und das Wissen das andere wissen )

Wir müssen reden. Ich lasse mich vorgehen und versuche Worte zu finden, doch ich weiß ich tue es auch und so setze ich mich an den Tisch.

Du kannst dir nicht mal in die Augen schauen sage ich zu mir und schaue auf den Tisch.

„Seit wann hörst du Reggae“ frage ich mich

„Mir war heute so“

„Fehlt hier nicht jemand am Tisch?“

„Du meinst den Schatten?“

„Sind wir vielleicht unser eigener Schatten“

„Ach hör auf“ sag ich zu mir und will aufstehen, ich halte mich zurück

„Setz dich hin“

„Es ist genau 2 Jahre her“

„Du meinst der Beginn der 9 Wochen Klinik?“

„Ja“

„Und hat es was gebracht?“

„Wir reden miteinander“

„Aber bist du irgendwo angekommen?“

„Bist du denn losgegangen?“

„Mir fehlt der Schatten“

„Warum das?“

„Man konnte ihm immer so gut die Schuld geben. Jetzt muss ich mich mit mir   beschäftigen“

„Weißt du noch wie die Oberärztin fragte wie es mit Selbstliebe aussieht!“

„Ja, sicher und liebst du mich?“

„Nein“

„Ich weiß“

Mir geht es gut…denke ich

Lange her das ich etwas geschrieben habe, Gedanken waren so viele, Worte so wenig. Mir geht es gut, ja wirklich, ich kann nicht klagen. Doch ich klage mich an, weil ich es nicht verstehe. Jede Entscheidung, die ich in der letzten Zeit getroffen habe, war so richtig und doch fühle ich mich falsch. Ich weiß der Schatten auf meiner Schulter wird bleiben, gebe ihm Kosenamen während Coco sich im Traum bewegt und knurrt. Vielleicht will sie ihn verjagen. Meine Hand streichelt über das Bild, das Bild das Matthes mir gemalt hat „Das Traummeer von mir und Papa“ damals, bevor ich auf die Insel ging. Wir haben gemeinsam davon geträumt am Meer zu leben. Nun lebe ich hier, an diesem ungeliebten Ort, den ich so sehr lieben müsste, er hat so viel getan. Es wird wieder früher dunkel. Aus meinen Boxen klingt „Herbstbeginn“ von Jan Plewka (…Dann breiten sich die Flügel aus im roten Himmel über′m Haus. Der große schwarze Vogel singt sein Lied wie jedes Jahr die Sonne seufzt zur Seele hin wann werden wir uns wiederseh’n…). Gesichter huschen über meinen Bildschirm, ein Programm durchsucht meine viele tausend Bilder nach Gesichtern. Mir fallen manche Namen nicht mehr ein und ich habe Angst das sich andere nicht an meinen erinnern. An die meisten erinnre ich mich gut und gut. JA es geht mir gut, wirklich. Ich muss es nur noch lernen, noch so viel lernen.

Ruhe – zu früh – in Erinnerung – in Frieden

Ich starre auf diesen Bildschirm, diese Seite, in der man Nachrichten eingibt. Oben links dein Profilbild, dein Name. Tippe einen Buchstaben und er erscheint, so wie ich es gewohnt bin, so wie ich es kenne. Ich lösche den Buchstaben wieder, drücke nicht auf Senden. Der Klos im Hals, ein Blick aus dem Fenster. Du hast immer schnell geantwortet. Solange bis es dir immer schwerer fiel.

Heute habe ich erfahren du wirst nie wieder antworten.

Damals in den 80igern, in Ostberlin haben wir gesagt, alt werden ist nichts für uns und so haben wir gelebt. Im „Rumba“: „Herbst in Peking“ „die anderen“ und vieles mehr gehört, selbst versucht Musik zu machen. Immer an der Grenze, meist darüber hinweggefegt. Gelebt ohne Verstand und dadurch das Leben verstanden. Zwischen Genie und Wahnsinn auf einem dünnen Balken balanciert. Dann hast du dich gefunden, ich mich verloren. Ich glaube nicht das ich heute der wäre der ich bin, wenn deine Tür nicht offen gewesen wäre, wo andere ihre verriegelt hatten.

Wir haben überlebt, wurden ruhiger, aber nie wirklich ruhig. Die Wege trennten sich, liefen nebenher, man wusste was der andere machte, oft auch dachte.

Ich starre auf diesen Bildschirm, diese Seite, in der man Nachrichten eingibt. Oben links dein Profilbild, dein Name. Tippe einen Buchstaben und er erscheint, so wie ich es gewohnt bin, so wie ich es kenne. Ich lösche den Buchstaben wieder, drücke nicht auf Senden. Den Kontakt löschen? Auf keinen Fall. Nicht vergessen wollen, können. Erst wenn man vergessen ist, ist man wirklich Tod.

Ich werde dich nicht vergessen. Ruhe in Frieden Rene S.

Machs gut alter Freund, seit fast 40 Jahren der erste Weg den wir nicht zusammen gehen können.

(es ist in den letzten Tagen nicht der einzige „alte“ Freund, der zu früh stirbt. Ruhe in Frieden Olaf)

Bei ruhiger Musik zu lesen (keine Überschrift gefunden)

Auf meinem Schreibtisch liegt ein Lego Harry Potter, keine Ahnung, wo der herkommt. Vor einem Jahr war ich noch in der Klinik. Jahreswechsel an der Raucherecke. Irgendwann dann entlassen. Februar nach Dresden, nur wir beide, zusammenfinden, was zusammengehört. Im März dann wieder arbeiten, es tat so gut, ohne gut zu tun. Zu früh, zu schnell im Hamsterrad. Eine Medaille gefunden Schach AG Schuljahr 2018/19. Vor Corona, kann man sich noch daran erinnern, wie es vorher war? Ich weiß es gar nicht. Im April dann die erste Familienfeier seit langem. Der Mai so voll und ein guter Weg. In Hamburg die Prüfungen bestanden. „Still Corner“ spielt im Lido. Matthes hat Jugendweihe, Anton Geburtstag. Die Schatten beobachten mich aus der Ferne. Im Juni mit einem wichtigem Menschen Kaffee und Kuchen in der Innenstadt, lachend ein „wir werden alt“. Anton schafft sein ABI hervorragend und Angus und Julia Stone begeistern mich im Admiralspalast. Im Juli dann auf die AIDA, nie geglaubt das es mir solch einen Spaß macht. So mancher Schatten stürzt ins Wasser und verschwindet in der Strömung. Der August bringt einen neuen Job. „AnNa R“ im Applausgarten in Braunschweig, Einschulung. Ein schöner Monat. Die ersten Gedanken die Schatten heraufzubeschwören, um sie zu verlieren. Im September hat eine Königin Geburtstag und ich lege die Tabletten, die die Schatten einsperren zur Seite. Kichernd stürzen sie sich auf mich. Im Oktober mein Geburtstag, eine kleine Reise, die Großes bewirkt. Die Schatten werden stiller, Leben kriecht an mir hoch. Ich mache einen Witz und die anderen lachen. Es geht noch. Der November steht ganz im Zeichen von „Coco“ und die letzten Schatten sind nur noch schemenhaft fast transparent. „Sind“ spielen im SO36, seit langem mal wieder was mit meinem Bruder gemacht.  Ein ruhiges Weihnachten ein schönes Weihnachten, Silvester mit Coco am Fenster. Die Tabletten haben lange die Schatten eingesperrt, aber nicht nur die. Anscheinend auch meinen Körper. Alles auf die minimale Stufe gesetzt. Was ich mir für mich wünsche im nächsten Jahr? Gesundheit, verdammt viel Gesundheit.

Und sonst so? III Komma V

Warum 3,5? Irgendwie nichts Halbes und doch was Ganzes (mi,mi,mi). Kalt ist es geworden. Das erste Konzert („Die Art“) konnte ich nicht besuchen, mein Körper war der Meinung das wäre nichts für mich. Am Axel Springer Haus merke ich das Berlin laut und dreckig ist und gerade hier viel Charme verloren hat. Der Hinterhof eine Straße weiter hat diesen Charme noch. Chronologisch gehe ich vor, jedenfalls fast. Eine glückliche Frau an ihrem Geburtstag, meine Frau, gutes Essen ganz in Familie. Schön, sehr schön, dass wir diesen Geburtstag zusammen feiern konnten. Nicht so selbstverständlich, in einer Zeit in der ich Angst habe, nicht vor den Schatten, nein vor den Waffen. Eine Umarmung an meine Familie. Die Schatten? Sie schicken mir ab und zu eine Kusshand, legen sich liebevoll auf meine Schulter, doch liegen schon nicht mehr so schwer. Ich tanze mit ihnen, versuche sie zu verstehen und den Schattenschutz zu verkleinern. Die Schatten beobachten mich und ich sie. Wer in irgendeiner Weise mit mir in Kontakt sollte, durchaus erfahren haben das das Neue „The Cure“ – Album Anfang November erscheint. Ach was bin ich gespannt, auf alles. In einem Computerspiel fiel gerade folgender Satz: „Es ist ein törichter Kriegsherr der den Krieg sucht“, das lass ich mal so stehen.

Zeitreise – Monumental

Kurzer Zusatz am 1.7. Diesen Beitrag hatte ich eigentlich schon am 23.6. nur auf dem Blog gepostet.  Allerdings haben sich die CD’s mit ca. 148000 Bildern als wahre Fundgrube für Geschichten gezeigt und so soll dieses die erste sein, bevor ich in den nächsten Tagen euch mitnehmen kann auf eine kleine Gedankenreise zu verschiedenen Bildern.

Meine Frau ist immer irritiert, wenn sie meine Blogeinträge liest. Sie sagt dann, das ist manchmal so als ob man den Menschen neben sich nicht kennt. Ich kann sie beruhigen, geht mir genauso, ich kenn mich ja auch nicht. Also alles gut, es liegt nicht an ihr. Wie habe ich neulich gelesen:“ ich habe mich gefunden. War gar nicht schwer. Ich stand neben mir“ Aus den Boxen erklingen die neuen Alben von „Bleib Modern“ und „Clan of Xymox“. Vielleicht nicht die geeignetste Musik so allgemein gesehen, aber wunderbar für eine Reise.

Bis 2008 habe ich alles auf CD oder DVD gesichert. In einer Kiste fand ich jetzt gut 50 davon. Ich habe mich entschlossen sie durchzusehen und alles, was ich behalten will auf eine Festplatte zu laden. Ich konnte nicht erahnen welche Flut von Erinnerungen und vergessen unvergessenen Bildern auf mich zustürmte.

Man soll ja nicht in der Vergangenheit leben und ich lebe mein JETZT sehr gerne, aber eine kleine Zeitreise war und ist erlaubt. Aus den Boxen klingt jetzt „King Hannah“ und ich bemerke auf meiner Reise wie dunkel, wie hell, wie tief, wie weit oben…wie viel Leben in den Bildern, in mir steckt. Erlebtes Leben das einem keiner nehmen kann. Nun liegt es eigentlich nur an mir dieses viele Leben als etwas positives zu sehen und mitzunehmen auf dem Weg nach vorn.