60 Tage

Etwas Jazz klingt aus meinen heimatlichen Boxen.

24 h ist es her, dass ich etwas verloren in der Straßenbahn saß. Nach 60 Tagen wieder zurück in das normale. Was im Gegenzug bedeuten würde, das andere wäre unnormal und sicher sind 60 Tage Klinik nicht ganz gewöhnlich. Aber es war auch ein gesicherter Rahmen und irgendwie auch eine Parallelwelt.

Nun schaue ich auf die Termine, die die nächsten Tage anstehen, Psychoanalyse, Arbeit-Gespräch, Arzt und es tut auch gut wieder in der „normalen“ Welt anzukommen.

Fazit – geheilt- Nein

Fazit II – voller Hoffnung – Ja

Einlaufmusik II

Natürlich hatte ich auch meine eigene „Einlaufmusik“. Etwas anders und diesmal mit Text, den man nicht ganz so gut versteht.

Klicken für Sperling und Kind Kaputt und Marathonmann mit dem Song „Es geht“

 

Text:

Ich halte diesem Druck stand
Bevor ich was kaputt mache halte ich die Luft an
Es ist nichts
Nur ein bisschen mehr Gewicht bis mein Genick bricht
Ich halte alles Gute in der Hand
Alles andere verschwindet mit der Zeit
Sag mir nicht, dass du mich verstehst
Sag mir nur, dass es nicht für immer so bleibtUnd wenn du sagst es geht vorbei dann sag auch wann
Es täte gut etwas zu warten aber das Warten macht mir Angst
Und vielleicht ist es keine Lösung so zu tun als wär’s okay
Aber leichter wird es erst wenn ich die Blicke nicht mehr seh‘

Und es geht schon wieder
Ich glaub es ist noch nicht zu spät für einen Weg alleine raus
Aber danke dass du fragst
Es geht mir gut
Es ist auch grade so genug um noch nicht aufzuhören
Aber zum weiter machen reicht es auch nicht aus

Und ich kämpfe mich aus alle Lügen raus
Und ich stemme mich dagegen
Ihr atmet ein ich atme aus
Zeit die Schalter umzulegen
Nicht mehr verstecken sondern zeigen wer man ist
Und auch mal traurig sein
Bevor man dieses Mensch sein ganz vergisst

Ich sitz zuhause im Zimmer
Wenn es stimmt was sie sagen ist das nur ne Phase
Doch ich glaub sie wird schlimmer
Und keinem da draußen erzähl ich’s, denn keiner da draußen versteht mich
Stell keine Fragen, eines Tages rede ich
Vermutlich erst wenn’s zu spät ist
Auch wenn ich nicht schlafe kann ich doch sagen, dass ich gesund bin solang ich noch atme
Wenn es stimmt dass jeder Mensch stark ist wieso merke ich davon gar nichts
Aber was sollen sie schon sagen
Was sollen sie sagen was ich nicht schon längst weiss
Ich denk das verschwendet nur Zeit, also kämpf ich alleinUnd es geht schon wieder
Ich glaub es ist noch nicht zu spät für einen Weg alleine raus
Aber danke dass du fragst
Es geht mir gut
Es ist auch gerade so genug um noch nicht aufzuhören
Aber zum weiter machen reicht es nicht mehr aus

Und es geht schon wieder
Ich glaub es ist noch nicht zu spät für einen Weg alleine raus
Aber danke dass du fragst
Es geht mir gut
Es ist auch gerade so genug um noch nicht aufzuhören
Aber zum weiter machen reicht es nicht mehr aus

Draußen nur laute Stimmen
Du sitzt zuhause im Zimmer
Alle sagen das hier ist nur eine Phase und genau das macht es schlimmer
Wir lügen jedem ins Gesicht der fragt wie es uns geht
Wenn dieses Leben so schön ist wieso können wir nichts davon sehen (wieso können wir nichts davon sehen)
Und weil dieser Weg für einen alleine viel zu weit scheint
Ich fühl doch das Gleiche also wie können wir beide allein sein
Wenn wir uns die Last und die Zeit teilen
Stehen bei Ebbe schwimmen bei Flut
Deine Angst kann nicht stärker sein als du
(Deine Angst kann nicht stärker sein als du)
(Deine Angst kann nicht stärker sein als du)

7 Tage

Nach 7 Tagen Klinik durfte ich heute erstmals kurz nach Hause.

Wieder auf dem Weg in die Klinik.

Ob es noch 4,5,6,7,8,9 Wochen Klinik werden weiß noch niemand. Am wenigsten ich selbst.

Mein Bruder hat mir am ersten Tag in der Klinik eine „Einlaufmusik“ geschickt wie in einem Stadion. Ich möchte euch das Lied nicht vorenthalten, es sagt so viel.

Wem es wirklich interessiert wie es mir geht sollte es sich anhören. Die positiven Momente dieses Liedes widme ich allen die an mich glauben…was ich gerade nicht kann.

Das Lied, wer will anklicken (Enno Bunger – Ich sehe was was du nicht siehst)

Schweigen müssen oder „Reiß dich doch mal zusammen“

Das Karussell im Kopf dreht sich, während die Band Karussell „Als ich fortging“ singt. Schnell die Tür geschlossen, dass niemand die glasigen Augen sieht. Erinnerung an etwas an das man sich nicht mehr erinnern kann. Etwas verstehen und erklären ist schwer, wenn man es selbst nicht versteht. Nun reiß dich doch mal zusammen, solch eine Phase hat jeder mal. Jeder mal. Jeder mal. Ich breite die Flügel aus und fliege. Ich flehe mich an mich zu verstehen, doch ich drehe mich weg. Kopfschütteln, so schlimm kann es doch nicht sein. „Sehnsucht“ schreit Purple Schulz und ich halte mir die Ohren zu und höre mit dem Herzen. Was habe ich früher über Depris gelächelt, nun suhle ich mich im Mist meiner Vergangenheit und meiner Zukunft.

Depressionen machen einsam, der Weg nach draußen wird immer schwerer, der Weg nach Innen von wirren Kobolden versperrt.

Man kann nicht um Verständnis für Depressionen werben. Man kann sie nicht verstehen. Man kann aber versuchen normal zu bleiben, sich nicht zurückziehen und sie nicht belächeln. Denn das Schlimmste ist in der Einsamkeit einsam zu sein.

Sie sind heilbar, aber man muss sich aber auf den Weg machen…

Ich bin unterwegs…

Wohin…

Wohin noch mag mein Weg mich führen? Närrisch ist er, dieser Weg, er geht in Schleifen, er geht vielleicht im Kreise. Mag er gehen, wie er will, ich will ihn gehen. (Hermann Hesse)

Da stehe ich wieder mit mir selbst

Da stehe ich wieder mit mir selbst, im Gespräch, ohne zu reden. Wieder da der Alltag, seit langen wieder mal allein mit mir. Ich finde mich seltsam heute und wechsle die Musik. Aufgeregt und ich weiß nicht mal warum. Es fällt mir schwer mal 15 Minuten still zu sitzen. Kopfschmerzen. Die Zigarette, die ich nicht rauchen wollte, qualmt vor sich hin. Den Zettel mit den Dingen, die ich heute erledigen will, drehe ich um, erstmal, um ihn gleich wieder umzudrehen und wieder und wieder. Welche Seite liegt oben? Der Kaffee, der nicht schmeckt, ist alle und ich wische den Wohnzimmertisch. Mit dem linken Fuß rutsche ich immer etwas ab, in dieses Loch, das ich wohl selbst grabe. Amazon hat etwas, aber nicht für mich. Denke an die Birke, an die Frau in Prag und ich weiß ich muss ankommen. Ich kann die Fahrkarte nicht finden. Antworten stehen auf ihr, hoffe ich, auf die Fragen die ungedacht im Raum stehen. Hat das System einen Fehler oder bin ich der Fehler im System? Die 5 Minuten der 5 Minutenterrine konnte ich nicht abwarten. Die Nudel ist hart und sticht mir in den Gaumen. Wieder zu Hause, dort wo man zu Hause ist. Hätte nicht damit gerechnet, dass es mich so umhaut, dieser Alltag. Und ich weiß er hat so viel Schönes, dieser Alltag, ich muss es nur wieder finden. Kafka sagte einmal: „Je länger man vor der Tür zögert, je fremder wird man“. Jetzt muss ich nur noch diesen kleinen hässlichen Gnom finden der ständig die Türklinke verschwinden lässt.

 

Quelle

Die Quelle ist tief unter Wasser. Heiß schießt sie aus dem Berg. In vielen kleinen Brunnen kann man sich in Karlsbad dieses Wasser holen. Natürlich soll es heilen. Es ist zwischen 70 und 30 Grad warm, je nach Quelle und damit man sich nicht verbrennt gibt es in der ganzen Stadt eine Art Schnabeltasse (zu kaufen). Wie es schmeckt? Wie wenn man eine Laterne aus Metall ableckt. Nein ich habe noch keine Laterne abgeleckt aber kennt man nicht diesen Geschmack nach Metall der so schmeckt wie eine Laterne? Ich denke die meisten wissen, was ich meine. Und so sitze ich an meiner Schnabeltasse und schaue den Menschen zu. Wieviel Hoffnung wohl einige in das Wasser legen. In der Mitte steht passender Weise die Göttin Hygieia, eine Heilgöttin. Überlege wie sich wohl Gleichgültigkeit und Hoffnung abwechseln. Einige füllen sich Trinkflaschen ab, was nicht gerne gesehen ist. Sollen sie es tun, wenn es ihnen Hoffnung gibt und so ganz langsam begreife ich warum ich hier sitze und dieses Wasser trinke.

Sonnenschatten

Es gibt sie noch diese Tage. Diese Sonnentage, auch wenn die Sonne oft Schatten wirft. Ein schöner Tag. Lange her ein Sohn-Vatertag.  Erinnerung liegt in dem Tag an das „früher“ ohne Schatten und doch ein Tag der einen wieder erinnert an das was war und das was hoffentlich wieder sein wird.

Schattennormalität

Es ist gut, wie es ist wenn man ißt.

Ein gutes Gefühl etwas Normalität, durch den Regen gehend, ein Date mit der eigenen Frau. Vorher einen Kaffee, etwas Musik.

Eine wunderbare Käseplatte mit Feigensenf.

Ein gutes Gefühl etwas Normalität durch den Regen gehend, ein Date mit der eigenen Frau. Danach einen Kaffee, etwas Musik.

Vielleicht gelingt es mir ja öfter einen Beitrag zu schreiben, kann ja nicht schaden ehrlicher zu sein, vor allem zu sich selber.