RuhemomentinderUnruhe

Ein Haus nicht schön, aber schön genug. Eine Terrasse nicht schön, aber schön genug. Vor dem Fenster verdeckt ein Baumwall den Blick auf den Kanal, die Schiffe sind groß genug. Die falschen Schuhe, kleine Steine wenn wir spazieren gehen drücken. Das einzige was drückt, diese Steine. Die Sonne brennt und wirft keine Schatten und die Wolken lassen keine Schatten zu.

Der Morgen beginnt, es wird hell, die steinige Treppe zum Kaffee und dann setze ich mich in diesen Wintergarten. Der Baumwall tanzt im Wind. Ich will aufstehen kann nicht, dort sind keine Schatten die mich zwingen, ich bleibe sitzen, lehne mich zurück. Coco setzt sich lächelnd auf ihren Lieblingsplatz, auch sie ist ruhig. Anja sagt immer, ich stecke sie an, mit meiner Unruhe, aber hier ist keine.

Wege, ruhig und endlich endlos, ein Hund bellt, Coco nicht, ruhig läuft sie neben uns. Ich schüttel kurz meinen Schuh, ein Stein drückt. Angekommen, ist da nur Ruhe, kein Rauschen im Kopf, keine schattigen Gedanken, nur das Jetzt, der Augenblick der Ruhe und ich falle lächelnd in diesen Sessel, in diesem Wintergarten.

Die Woche zu schnell vorbei.

Wieder zuhause schlagen die Schamanen der Unruhe den Takt in meinem Kopf. Coco bellt.

Wollte nicht hier sein, wollte woanders sein. Aber war es wirklich das hier oder war es das nicht woanders sein, das mir die Ruhe nahm? In der Klinik „damals“ sagte ich „Ich muss immer wieder losgehen, immer unterwegs…“

Der Arzt sagte „Nein, sie gehen nicht immer wieder los,sie sind noch nie angekommen“

In meinem Schuh ein Stein, vom spazieren gehen, dort in der Ruhe. Ich drehe ihn in meiner Hand.

Mein Talisman, als ich mich zur Seite drehe den Schatten küsse und sage “Diesmal gewinnst du nicht“

 

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